Kreiskrankenhaus Altötting-Band37

Kreiskrankenhaus und Seniorenheime in Altötting mit ihren Kapellen (Band 37)

Das Kreiskrankenhaus Altötting und seine Hauskapelle

Vorgeschichte
Ein Armenhaus war die "Urzelle" der Krankenhausversorgung in Altötting. Die Anfänge können bereits bis auf das Jahr 1517 zurückverfolgt werden. Ein "Gültebrief" aus diesem Jahr berichtet von Zuwendungen an eine schon um das Jahr 1400 gegründete Allerseelenbruderschaft. Diese unterhielt ein Armenhaus, in das insbesondere auch kranke Mittellose aufgenommen wurden und das den Namen "Bruderhaus" führte. Dieses Holzhaus stand am Mörnbach und musste 1653 dem Bau des Franziskanerklosters (heute Kapuzinerkloster St. Konrad) weichen. Nachdem es zu früheren Zeiten noch an Abwasserkanälen mangelte und diese Gebäude aus medizinisch/hygienischen Gründen vornehmlich an Bächen und Flüssen errichtet wurden, dürfte es sich bei diesem Bruderhaus auch um eine Art Spital gehandelt haben. Der Ersatzbau aus dem Jahr 1655 ist an der Stelle des heutigen Rückgebäudes des Gasthofes Schex an der Kapuzinerstraße (alte Bezeichnung "Sträßl") zu suchen. Jahre später wurde das einer Bruderschaft gehörende Wirtschaftsgebäude an der inneren Mühldorfer Straße als Bruderhaus notdürftig eingerichtet. Die in dieses Haus aufgenommenen Armen - Pfründner dieser Armenpfründeanstalt - mussten wiederholt enger zusammenrücken, um kranken Dienstboten oder Handwerksburschen, auch Wallfahrer und Durchreisende erfuhren vorübergehende Aufnahme, eine Unterbringung zu ermöglichen.

Auf Dauer waren das natürlich unhaltbare Zustände und mit dieser Behelfslösung gab man sich auf die Dauer auch nicht zufrieden. Im Jahr 1845, dem Jahr der Erhebung Altöttings von der Land- zur Marktgemeinde ging man daran, ein vom Bruderhaus getrenntes Krankenhaus einzurichten. Dazu ausersehen war der an das Bruderhaus "anstoßende", gemauerte Stadel. Dieser an das Bruderhaus nach Norden angebaute Bau war bisher vom Bruderhaus als Holzlege benutzt worden und von so geringer Breite, dass er für die einzubauenden Zimmer wenig Raum bot und somit nur ein Notbehelf zur Unterbringung der Kranken darstellen konnte.

Der Gastwirt "Zur Alten Post", Martin Moser, Gemeindepfleger und von 1837 bis 1845 auch Landtagsabgeordneter, wohnhaft gegenüber dem betroffenen Gelände, vermachte 1851 testamentarisch der Marktgemeinde ein großes gemauertes Gebäude nördlich (parallel) zum Bruderhaus, aber angebaut an die erwähnte Holzlege, "um die Krankenanstalt dort hineinbauen zu können". Der Plan für die notwenigen Umbaumaßnahmen fertigte der Gemeindepfleger Peter Holzhauser, seines Zeichens Zimmerermeister, später Gemeindevorsteher (frühere Bezeichnung für Bürgermeister) von 1849 bis 1856. Durch den Einbau von Zwischendecken und weiterer Umbauten wurden zwei Obergeschosse geschaffen (wegen der ständigen Mörnbachhochwasser wurde einem Geschoß mehr zugestimmt) und so der Stadel zum Krankenhaus umfunktioniert, wodurch dann Krankensäle, Küche und Arbeitszimmer entstanden. Auch ein Betsaal für die später tätigen Schwestern entstand. Es war das erste Krankenhaus in Altötting, das diesen Namen auch verdiente.

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