Reste der zerstörten Marienbrücke

Nach Norden! Nach Süden! Wir müssen hinüber!

Errichtung einer Notbrücke über den Inn bei Neuötting im Sommer 1945

Als verbindende Elemente waren Brücken über Gewässer, vornehmlich Flussläufe, stets von besonderer Bedeutung. Von ihnen hing der wirtschaftliche Erfolg der an den Flussübergängen liegenden Siedlungen in beträchtlichem Maße ab. Andererseits waren Brücken aber auch neuralgische Punkte. Naturgewalten wie Hochwasser und Eisgang rissen bis ins 19. Jahrhundert solche Konstruktionen aus Holz manchmal ganz oder teilweise weg. Drohte Kriegsgefahr, waren die Anwohner sogar gezwungen, selbst Hand an eine unter größten körperlichen Mühen und finanziellen Opfern errichtete Brücke zu legen, um durch deren zumindest teilweise Zerstörung den anrückenden feindlichen Kräften den Flussübergang zu verwehren.

Daran änderte sich auch in der Moderne nichts, was das Schicksal der in den Jahren 1901 bis 1903 errichteten und am 29. Juni 1904 eingeweihten steinernen Neuöttinger Innbrücke, einem architektonischen Juwel, in der Endphase des Zweiten Weltkriegs schmerzlich beweist.

Sprengung der Marienbrücke und Ihre Folgen

Von Reischach kommend, rollte das 59th Armored Infantry Battalion (mit Panzerfahrzeugen ausgestattes Infanteriebataillon) vom Combat Command B (Kampfgruppe B) der 13th Armored Division (13. Panzerdivision), welche der 3. US-Army angehörte, am Nachmittag des 1. Mai 1945 in Richtung Inntal. Soldaten der Deutschen Wehrmacht war dieser Vorstoß Anlass, die im Zuge der Reichsstraße 299 gelegene Innbrücke - wegen einer in deren Mitte thronenden gekrönten Muttergottesstatue "Marienbrücke" genannt - um 15.30 Uhr zu sprengen. ...