Römische Vergangenheit Winhörings-Band37

Neue Hinweise auf die römische Vergangenheit Winhörings (Band 37)

Die beeindruckend reiche Geschichte unseres Landkreises mit der weit zurückreichenden Vergangenheit unserer Gemeinden ist nicht zuletzt durch die renommierte Schriftenreihe Oettinger Land vielen Bürgerinnen und Bürger unserer Region durchaus im Bewusstsein. Auch der ein oder andere archäologische Beitrag führt uns hier immer wieder deutlich vor Augen, dass Geschichte nicht nur in den Urkunden und Schrifter der Archive, sondern auch im Erdboden zu finden ist - insbesondere dann, wenn diese Geschichte weiter als das allgemeine "Mittelalter" zurückliegt. So wurde im letzten Jahr in der Gemeinde Winhöring das 1200jährige Bestehen anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung gefeiert, was selbst für altbayerische Verhältnisse ein sehr hohes Alter darstellt. Und selbstvertändlich war gerade dem interessierten Leser durchaus bewusst, dass es auch schon vor dem Jahr 816 n.Chr. Menschen in dieser Gegend gegeben haben muss. Wie bereits in der hier vorliegenden Reihe im Jahr 2002 und 2014 vorgestellt, ist gerade für Winhöring ein beachtliches archäologische Potiential festzustellen, das rund 10.000 Jahre bis in die mittlere Steinzeit zurückreicht. Die nördliche Uferterrasse der Isen bei Winhöring war aber nicht nur in der Vorgeschichte ein gern aufgesuchter Platz. So sind in jüngster Zeit neben diversen bronzezeitlichen Keramikfragmenten, welche wohl von Graburnen aus jener Zeit stammen, auch Hinweise auf die Anwesenheit von römischer Bevölkerung aus der Zeit kurz nach Beginn unserer Zeitrechnung nahe Winhöring zu Tage getreten. Diese archäologischen Zeugen länst vergangener Zeiten sind sogenannte "Lesefunde" und wurden oberflächlich von der Ackerkrume aufgesammelt. Damit sind sie leider nicht stratigraphisch klassifizierbar oder einer direkten archäologischen Schichtenabfolge zuordenbar, was für eine zeitlich/kulturelle Einordnung sehr hilfreich wäre. Jedoch sind die wenigen Metallgegenstände typologisch recht aussagekräftig, so dass eine genauere Datierung dennoch möglich wird.

Das Römische Imperium war zur damaligen Zeit in erster Linie aus verwaltungstechnischen Gründen in verschiedene Provinzen unterteilt, die teilweise auch kulturelle Unterschiede mit sich brachten. Denn auf die Ausdrucksformen des alltäglichen Lebens hatte natürlich auch immer die vormals autochthone Bevölkerung einen gewissen Einfluss, welche schließlich immer noch in ihren Gebieten lebte - wenn gleich auch unter römischer Verwaltung und unter einer deutlich römisch geprägten Kultur. Winhöring lag zur römischen Zeit am nordöstlichen Rand der Provinz Raetia mit der Hauptstadt Vindelicorum - dem heutigen Augsburg. Der Inn bildete dabei die natürliche Grenze zur benachbarten Provinz Noricum. Wenn man heute also von Winhöring nach Alt- oder Neuötting fährt, so hätte man in römischer Zeit mit der Überquerung des Inns auch gleichzeitig eine Reise in eine andere Provinz durchgeführt.

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