Der Firmengründer Leo Bauer (Familienarchiv: Inge Wimmer, Winhöring)

Rohrgewebefabrik Leo Bauer KG – die fast vergessene Fabrik - (Band 33)

Die „Rohrgewebefabrik Leo Bauer KG“ hat ihre Rohrmatten unter dem Handelsnamen „GOLIATH-Rabitz-Rohrmatten“ und die Rohrplatten unter dem Handelsnamen „GOLIATH-Schilfrohr-Leichtbauplatten“ vermarktet.

Alt junger Angestellter in der Baubranche wagte der 21-jährige Leo Bauer, geboren 1889, im Jahr 1910 den Sprung in das selbstständige Unternehmertum und gründete am 24. September 1910 in seiner Heimatstadt München eine kleine Schilfrohrweberei.  Als Kenner der Baubranche brachte er neben seinem nie ruhenden schöpferischen Geist auch die fachlichen Voraussetzungen mit, um diese Schilfrohrweberei auf eine gesunde Basis zu stellen. Die Schilfrohrmatten wurden damals noch auf Handwebstühlen hergestellt. Es waren fast ausschließlich Frauenhände, die diese Arbeiten ausführten.

Leo Bauer hatte seine kleine Schilfrohrweberei zunächst in München – an seinem damaligen Wohnsitz – aufgebaut. Doch schon bald kamen bei ihm Zweifel mit der Standortwahl „Großstadt“ München auf, denn die Provinz mit ihrem billigeren Grund und Boden, verkehrsgünstig gelegen sowie mit Arbeitskräften aus der ländlichen Bevölkerung war verlockend.

Bereits im Jahr 1913 entschloss sich Leo Bauer daher zu einer Betriebsverlegung und wählte dafür Neuötting im Landkreis Altötting aus. Hier war seine Firma in dem damaligen Strasser-Anwesen (später Gandlgruber Betonbau) an der Bahnhofstraße untergebracht. …