Schlosskapellen, Kollegiatstift in Altötting

Schlosskapellen, Kollegiatstift zum hl.-Rupertus, Bruder-Konrad-Kloster und ehemaliges Priesterhaus in Altötting (Band 38)

Einleitung

Die Wahllfahrts- und Kreisstadt Altötting hatte einstmals eine große Bedeutung als zweitwichtigste Pfalz neben Regensburg im letzten Viertel des ersten Jahrtausends. Mit der Nennung "actum autingas villa", dem Herzogshof Ötting, trat der Ort am 10. Juli 748 erstmals in einer Urkunde von Herzog Tassilo aus dem Dunkel der Geschichte hervor. Kurze Zeit war er unter König Karlmann auch Königssitz von Bayern und Italien.

Einen überörtlichen Rang hat sie aber auch heute noch über die Stadtgrenzen hinaus. Dabei kann sie vorrangig aufwarten mit der Gnadenkapelle "auf der grünen Matten" und einer Vielzahl von Kirchen und Kapellen sowie Kleindenkmäler aller Art mit einem religiösen Bezug. Die genannten sind der breiten Öffentlichkeit zugänglich. Dazu gibt es aber noch Kapellen, welche sich im privaten Bereich befinden und in diesem Aufsatz der Leserschaft näher gebracht werden sollen. Zudem gibt es noch ein Stift und ein Kloster, welches einer besonderen Erwähnung bedarf. Ein aufgelassenens Priesterhaus schließt schließlich diesen Beitrag ab.

Das Schönstattkapellchen beim Trenkerschlössl

Vorgeschichte

Die Herrenmühlstraße in Altötting endet am nördlichen Ende bei einer Straßengabelung. Der westliche Teil der Straße fällt hier leicht ab und führt Richtung Unterstadt der Nachbarstadt Neuötting zu. Rechts zweigt die Straße als "Trenkerberg" mit steilem Anstieg in Richtung äußerer Neuöttinger Straße ab. Hier lag der Alterssitz des Kunstmühlenbesitzers Alfons Trenker (geb. 13. Juni 1872 in Regensburg, verstorben am 29. Juni 1944 in Altötting) und seiner Frau Barbara, geborene Spenesberger. Nachdem er sich als Müller zur Ruhe gesetzt hatte (die gebenüberliegende Mühle wurde 1934 verpachtet), schuf er sich hier ein wahres Kleinod. Der Name Alfons Trenker steht auch im Zusammenhang mit der gegenüberliegenden "Trenkerkapelle", welche bereits in der lezten Schriftenreihe ausführlich behandelt wurde.

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