Schrankenwärter-Stellwerk-Band37

Das Schrankenwärter-Stellwerk am Bahnhof Tüßling bleibt erhalten - ein technikgeschichtliches Denkmal (Band 37)

Als der Bahnhof Tüßling 1908 im damals vorherrschenden sogenannten "Heimatstil" erbaut wurde, hatte man für die Steuerung der Weichen, Signale und Schranken ein kleines mechanisches Stellwerk in einem offenen Anbau im Südosten des Gebäudes errichtet. Allerdings stellte man sehr schnell fest, dass diese Bauweise besonders in den Wintermonaten sehr ungünstig war. Die meist vorherrschende Witterung von Westen drückte Regen und Schnee bis tief in diesen Betriebsraum. So kam es, dass schon bald eine Art Verschalung aus Holz und Glas vor die Öffnung gebaut wurde, um dies zu verhindern!

Mit fortschreitender technischer Entwicklung wurde etwa 1930/1940 dann dieses kleine Stellwerk durch zwei damals auf neuesten technischen Stand errichtete mechanische Stellwerke im Norden und Süden mit einem Abstand von je etwa 500 Meter zum Bahnhof abgelöst. Der nun leerstehende Anbau nahm die bald notwendig gewordene "Telematik" - also Telefon, Elektrik und Mechanik, - auf.

Von nun an befand sich im nördlichen Stellwerk der Fahrdienstleiter und im südlichen der zusätzlich auch für den Betrieb der Schranke am dortigen Bahnübergang tätige Schrankenwärter.

Das Bahnhofs-Empfangsgebäude selbst wurde etwa ab 1982 seinerseits funktionslos und stand leer bis es im Jahr 1997 vom Heimatbund Tüßling e. V. als Heimatmuseum eingerichtet und 2006 auch der Bahn abgekauft wurde. Schon 2002 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und 2015 komplett saniert.

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