Historisches aus Feichten a.d. Alz

Die Geschichte der Pfarr- und Wallfahrtskirche zu Feichten im Spiegel ihrer Epitaphe

Kurze Geschichte der Pfarrei und Wallfahrt Feichten

Größter Beliebtheit erfreute sich die Wallfahrt nach Feichten an der Alz zur Mutter Gottes. Bei allen Gebrechen der geplagten Menschen wandte man sich Hilfe suchend an die „himmlische Ärztin". Besonders aber Frauen in Geburtsnöten erhofften sich ihren Beistand.

Um 1150 wurde die Großpfarrei Feichten begründet, die vier Filialkirchen umfasste (Deinting, Heiligkreuz, Kirchweidach und Oberbuch-Tyrlaching). Aufgrund vieler Opfergaben und Stiftungen war Feichten ein sehr reicher Pfarrsitz. Der Pfarrhof war einst der Herrschaftssitz der Edlen von Feichten gewesen. Die Pfarrherren nahmen teils verantwortungsvolle Aufgaben in der Bischofsstadt Salzburg wahr.
Zu dieser Zeit stand an der Stelle der heutigen Kirche noch ihr romanischer Vorgängerbau.


Wanderung durch die Jahrhunderte

Auf den Spuren der Epitaphe in und an der Kirche kann man die Jahrhunderte und Kunststile erwandern:

Das älteste Epitaph stammt aus der Zeit um 1400 und erinnert an Pfarrer Leonhard Johann, der zur dieser Zeit Pfarrer in Feichten war (vor dem Frauenaltar - linker Seitenaltar).

Vor dem Anna-Altar (Seitenaltar rechts, das linke Epitaph) wird an Pfarrer Johann Lindnar erinnert, der 1422 verstorben ist.

Das Epitaph im Eingangsbereich (links) gedenkt Magister Petrus von Hausen aus München, gestorben 1434.

Im Läuthaus finden wir die Darstellungen der Pfarrer Konrad Schnepf (östliche Wand), + 1444, und Kaspar Brunner.

Es war Pfarrer Kaspar Brunner (1478 bis 1497), der den Kirchenneubau vorbereitete!

Die Bauarbeiten für die dreischiffige spätgotische Hallenkirche begannen mit Pfarrer Dr. Andreas Zierenberger (1501 - 1527, möglicherweise Epitaph vor dem Anna-Altar, rechter Seitenaltar, rechts?).

Baumeister war Georg Steinprecher (gest. 1521, Epitaph südöstliche Außenwand) aus dem nahen Brunntal. Er begann am 4. April 1502 mit dem Kirchenbau.

Pfarrer Dr. Zierenberger folgten weitere würdige Pfarrherren, deren Gedächtnis durch kunstvolle Epitaphe im Kircheninneren, in den verschiedenen Stilen ihrer Zeit, aufrecht erhalten wird.

Als Beispiele seien genannt: Ambros Grienwald, gestorben 1701 oder, Georg Angerer, gestorben 1728, deren Epitaphe kunstvoll die Zeit des Barock widerspiegeln.

Unter Pfarrer Dr. Joseph Anton Franz von Mangold (1737 - 1767) erfolgte die völlige Neugestaltung der Pfarrkirche im Sinne des Rokoko durch den Trostberger Meister Franz Alois Mayr. Die Ausgestaltung oblag dem Trostberger Meister Franz Joseph Soll. Diese Zeit spiegelt auch das Epitaph des Pfarrers Dr. Mangold wieder (innen links vom Hauptportal).

Das Epitaph des Johann Christoph Bulling von Eschenbach entfernt sich bereits vom Stil des Rokoko (Säule, rechter Bankblock) und mit dem Epitaph des Johann Erasmus Wimmer, gestorben 1806, (Außenwand rechts vom Eingang) ist die Zeit des Klassizismus erreicht.

Damit ist aber erst ein Anfang all dessen gemacht, was die Kirche zu Feichten an kunst- und religionsgeschichtlich Interessantem, an beschaulich zu Betrachtendem zu bieten hat. Da wäre z.B. das übertragene Sakramentshäuschen des gotischen Salzburger Domes, die „Schöne Madonna von Feichten", die Fresken des „Trostberger Meisters" Soll, usw..........

Eine besondere Freude ist es uns, wenn Einzelpersonen oder Gruppen uns aus historischem Interesse besuchen, oder sich „richtig" auf Wallfahrt nach Feichten begeben!

Bei rechtzeitiger Anmeldung (mindestens sechs Wochen vor dem Termin zur Planung der Gottesdienstordnung) werden wir gern versuchen, Ihrem Wunsch nach Andacht oder Messe mit den Wallfahrern nachzukommen, bzw. unsere Gottesdienste so zu legen, dass wir sie gemeinsam mit den Wallfahrern feiern können!

Für größere Gruppen wird auch das alte Wirtshaus (gegenüber der Kirche, wie es sich gehört!) von unserem „Bürgermeister-Wirt" gern geöffnet. Der Kontakt kann über das Pfarrbüro hergestellt werden.

Für unangemeldete Einzelbesucher ist die Wallfahrerpforte über den Turmeingang mit einem kurzen Text zur Geschichte, dem Bild von der Gründungslegende und dem „Buch der Anliegen" tagsüber immer geöffnet. Der Zugang zur Kirche ist im Mittelgang bis zum Gitter möglich und auch von dort bietet sich ein guter Blick auf den Kirchenraum und den Wallfahrtsaltar. Vor und nach den Gottesdiensten ist der Kirchenraum zugänglich.

Das Pfarrbüro Feichten ist über die Telefonnummer 08623/525 zu erreichen. 

Sie können sich wegen Führungen aber auch an Herrn Ortsheimatpfleger Franz Zenz (Tel. 08634/8997), mail: zenz.franz@vr-web.de , oder zur Herstellung von Kontakten an Frau Kreisheimatpflegerin Renate Heinrich (Tel. 08671/502202), mail: kom1@lra-aoe.de wenden.