Historisches aus Garching a.d. Alz

Karl Janisch

Beitrag von Helmut Meisl, Ortsheimatpfleger Garching a. d. Alz

6. Nov. 1870

Geboren in Berlin als Sohn eines Wäschereibesitzers

1888

Abitur; Studium der Maschinenbaukunst sowie der Elektrotechnik an der Technischen Universität Berlin.

1897
Baumeisterprüfung, Abschluss im Juli als Regierungsbaumeister.

1902 – 1915
Arbeit für den Siemenskonzern: Als Leitender Architekt hatte er ganz wesentlichen Anteil am Aufbau der ersten Fertigungsstätten in Berlin, vor allem an der städtebaulichen Gestaltung der sogenannten Siemensstadt.
Karl Janisch entwickelte auch eine Luftschiffhalle, die 1910/1911 in Biesdorferrichtet wurde.

1913
Janisch erhielt für sein engagiertes Wirken den Titel "königlicher Baurat".

1915
Wechsel von Siemens zu den Bayerischen Stickstoffwerken (B. St. W). Unter seiner Leitung wurden die bayrischen Stickstofffabriken in Trostberg, Tacherting und Hart sowie in Piesteritz (jetzt Stadtteil von Wittenberg in Sachsen-Anhalt)  mit den dazugehörigen Werkssiedlungen gebaut. Die B. St. W. wurden 1939 in Süddeutsche Kalkstickstoff-Werke (SKW) umbenannt.

1923/24
Bau der sogenannte SKW- oder auch Janischsiedlung in Garching. Sie steht heute unter Denkmaslchutz. Geplant wurde die Siedlung von dem berühmten Architekten Otto Salvisberg.

1923/24
Bau einer Volksschule durch die B. St. W. unter Leitung von Janisch als Geschenk an die Gemeinde.

16.Apr. 1928
Die Gemeinde Garching a.d. Alz verlieh Karl Janisch die Ehrenbürgerwürde. Die Ehrung wurde begründet mit "den hohen Verdiensten um die Hebung der kulturellen Wohlfahrt in Garching, für die kostenlose Überlassung des Schulgebäudes an die Gemeinde Garching, die Erbauung des Leichenhauses und die Erweiterung des Friedhofs."

1930
Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Piesteritz "in Anerkennung seiner besonderen Verdienste insbesondere um das Schulwesen, die Kleinkinderschule, Verschickung erholungsbedürftiger Kinder in Kurheime" und vieles andere mehr.

1931
Die Schule wurde um zwei weitere Lehrsäle und eine Suppenküche erweitert und wurde nach Karl Janisch benannt. Arbeiterkinder erhielten hier auch eine kostenlose Schulspeisung.

1950
Mit Gemeinderatsbeschluss wurde der Kern der SKW-Siedlung auf den Namen "Janischplatz" getauft.

29. Mai 1946
Gestorben in Schwegermoor bei Osnabrück.

Wollenberg (Textbeiträge zur Janischsiedlung in Garching a.d. Alz)

Volkswirtschaftliche, indikatorengestützte
Standortanalyse
Gemeinde Garching a.d. Alz

und

Landkreis Altötting
Ein Projekt der
Hochschule München
Fakultät für Betriebswirtschaft
Prof. Dr. Klaus Wollenberg

Wintersemester 2010/11


Zum Alleinstellungsmerkmal der Gemeinde könnten die Gärten der Janisch Siedlung ausgebaut werden. Dazu müssten aber zahlreiche Probleme gelöst werden, unter anderem die komplizierten Eigentumsverhältnisse klar gelöst werden. Die Gartenhäuschen müssten finanzintensivrenoviert und an die Wasser- und Stromversorgung angeschlossen werden. Bei diesen Aufgaben müsste die Gemeinde massiv in Vorleistung gehen, deshalb sollte vor der Renovierung ein klares Nutzungskonzept für die Häuser und Gärten erstellt werden. Dieses Nutzungskonzept müsste allerdings über eine weiter reichende Nutzung als bloße Gartenlauben hinausgehen, da mittlerweile viele Garchinger Bürger über einen eigenen Garten verfügen, und somit der ursprüngliche Nutzungsgedanke nicht mehr aktuell ist. Die andere Option ist, die Häuschen langsam verfallen zu lassen, sie dann abzutragen und den freiwerdenden Grund anschließend als Bauland zu verkaufen. Dabei stellt sich das Problem, dass die langsam verfallenden Häuschen das Gemeindebild für längere Zeit negativ beeinflussen würden. Wichtig ist vor allem, dass die laufenden Kosten für die Gemeinde in Folge des neuen Nutzungskonzeptes gering bleiben. S. 178

Weiche Standortfaktoren in Garching

Janisch-Gärten:

1) Verfallen lassen und anschließend in Bauland umstrukturieren

Nachteil: Schadet dem Stadtbild für längere Zeit

2) Renovieren und an die Strom- und Wasserversorgung anbinden

Vorteil: Können vermietet/verkauft werden

Problem: - Grund ist in Garching a.d. Alz relativ billig deswegen haben die meisten bereits einen Garten

Die Gartenhäuser gehören der Gemeinde nicht allein ! Es müsste an einem Strang gezogen werden (S. 201)

5. Konzept Janisch Siedlung

Das Thema „Janisch-Siedlung“ ist das wohl am meisten diskutierte und polarisierende in der Gemeinde Garching an der Alz. Da es sich hier um eine denkmalgeschützte Siedlung handelt, sollten Überlegungen getroffen werden, wie dieses zu bewirtschaften sei, denn es ungenutzt zu lassen bzw. verfallen zu lassen ist wohl jedem Stadtbewohner sowie den Stadtobersten ein Dorn im Auge.

In vielen Städten wurden solche Siedlungen bereits aufwendig restauriert und gelten als Alleinstellungsmerkmale dieser und haben großen Zuspruch nicht nur in der eigentlichen Gemeinde, sondern auch darüber hinaus und lockten Touristen an. Dafür gibt es unzählige Beispiele, die wohl eindrucksvollsten sind die Gartenstadt Hellerau in Dresden und die Tuschkastensiedlung, Gartenstadt Falkenberg in Berlin. Die erstere wurde nach dem Ökologie- und Nachhaltigkeitsprinzip gebaut und als flächendeckendes Denkmal zieht es nicht nur Touristen, sondern auch Künstler aus ganz Europa an.

Die Tuschkastensiedlung gehört zu den Weltkulturerbesiedlungen und gleichzeitig zu den beliebtesten Wohnanlagen Berlins, die sehr begehrt ist und für die lange Wartelisten vorliegen und Wohnanlagen eher von Generation zu Generation übertragen werden.

Da hier nur die Gartenhäuschen der Gemeinde angehören und der Rest der Siedlung in privater Hand liegt, ist die vollständige Anwendung der Ideen, wie in anderen Städten geschehen, nicht möglich. Hier muss also ein ganz neues Konzept her.

Unser Vorschlag wäre es daher, die Gartenhäuschen gemäß den Denkmalschutzbestimmungen zu restaurieren und sie so zum Alleinstellungsmerkmal von Garching zu machen, dass sie für Touristen interessant ist und für ein neues Stadtbild sowie Verständnis sorgt. Die Verantwortung für die Bepflanzung und Gartenpflege könnte teilweise im Rahmen von Projekten an Schulen vergeben werden, um das Umwelt-, Verantwortungsbewusstsein und das

Wissen um die eigene Kultur und Geschichte zu stärken. Es könnten desweiteren Schulkooperationen gebildet werden, die im Rahmen des Landeskunde-Unterrichts die Anlage, sowie die anderen Sehenswürdigkeiten und Museen in der Umgebung besuchen könnten.

Die Gartenstadt bzw. die Gartenhäuschen könnten in eine Art Herberge für Fahrradfahrer, Pilger und Wanderer umgestaltet werden, da diese spartanische Übernachtungsmöglichkeiten durchaus ansprechend finden. Vor allem, weil die Gegend um Garching Fahrradtourismus begünstigt, wäre es eine große Chance für Garching a.d. Alz an diesem Tourismus teilzunehmen.

In den letzten Jahren ist verstärkt ein Übernachtungstourismus gewachsen, bei dem die Hauptrolle interessante Schlafplätze darstellen – ob in den Bäumen, in einem Atomschutzbunker, im großen Holzfass oder an anderen ungewöhnlichen Orten – deshalb wäre ein Übernachtungsplatz in einem historischen Gartenhäuschen auf Hängematten oder ähnlichem, wenn richtig beworben, das Alleinstellungsmerkmal für Garching, das zum Tourismusgeschehen und erhöhten Einnahmen in der ganzen Gemeinde beitragen würde. (S. 219 f)

Janisch-Siedlung

Die Gartenstadt als Schulprojekt:

  • z.B. Übernahme der Verantwortung für Bepflanzung und Gartenpflege
  • Verantwortungsbewusstsein und Umweltbewusstsein stärken
  • Biologieunterricht
  • Schulkooperationen: Ausflüge in die Janisch-Siedlung, Natur, Kultur und

Landeskunde als Teil des Lehrprogramms


Umgestaltung in Herberge

  • für Fahrradfahrer, Pilgerer und Wanderer
  • als Schullandheim


USP von Garching a.d.Alz – auf der Welle der Nachhaltigkeit und Ökologie

  • Bsp. Gartenstadt Hellerau (Dresden) ressourcenschonendes Wohngebiet
  • Bsp. Tuschkastensiedlung, Gartenstadt Falkenberg (Berlin) !.

Ein Projekt der Hochschule München Fakultät für Janisch-Siedlung

„Trotz Auflagen gehört die Tuschkastensiedlung zu den beliebtesten Wohnanlagen Berlins. Freie Wohnungen oder Häuschen sind Goldstaub.

Wer einziehen will, wird auf die Warteliste gesetzt. Max Rasokat: "Hier wird man eher rausgetragen.““ (http://www.berlin.de/orte/sehenswuerdigkeiten/gartenstadt_falkenberg

Ein Projekt der Hochschule München Fakultät für Betriebswirtschaft (S. 236)

Lebenslauf des Ehrenbürger Pfarrer Füßl

Beitrag von Helmut Meisl, Ortsheimatpfleger Garching a. d. Alz


25. August 1825:

geboren in Landshut, als Kind fast erblindet

1842:
Operation am rechten Auge: Es bekam eine künstliche Pupille.

1856:
zweiter Kaplan in Landshut St. Martin

1862:
Wallfahrtspriester in Maria Eck

1868:
Exposi­us (= Pfarrer einer Nebenkirche) in Garching a.d.Alz

1870-1872:
Neubau der St. Nikolaus-Kirche

1876:
Ludwig Füssl wurde erster Pfarrer von Garching

1893:
Er­nen­nung zum ersten Ehrenbürger der Gemeinde Garching    

Protokoll aufgenommen bei den Berathungen und Beschlüssen des Ausschusses der Landgemeinde Garching kl. Bez. A. Altötting für die Zeit vom 1. Jänner 1882 bis 28 Dezember 1893

"Verleihung des Ehrenbürgerrechtes an den Hochwürdigen Herrn Pfar­rer Füßl in Garching ..

Auf Vortrag des Bürgermeisters u. nach eingehender Beratung wurde mit allen gegen ./. Stimmen beschlossen: Mit dem lfd. Jahre haben sich 25 Jahre vollendet, seitdem der hochwürdige Herr Pfarrer Ludwig Füßl seinen Wirkungskreis in diesseitiger Gemeinde angetreten hat. Nach­dem sich derselbe während dieses Zeitabschnittes nicht nur als Seel­sorger um die den größten Teil der diesseitigen politischen Gemeinde umfassenden Pfarrei Garching, sondern auch insbesondere als Vorstand des Armenpfleghaftsrates Garching und als stets hilfsbereiter Verwaltungsvorstand des großen Pfarrkirchenstiftungsfonds Garching um die Gesamtgemeinde große Verdienste erworben hat, wird der auf 19. Nov. l. Js. einzuberufende Gemeinderversammlung der Antrag vor­gelegt;

"Es sei dem genannten Hochw. Hr. Pfarrer Ludwig Füßl gemäß Art. 24 d. G. O das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Garching zu verleihen und seine die Kosten der Herstellung der in feierlicher Weise zu überrei­chenden Verleihungsurkunde bis zu fünfzig M auf die Gemeindekasse zu übernehmen."

Zur Bestätigung unterzeichnen: Langschartner Bürgermeister   

1896:
Pfarrer im Ruhestand in Rosenheim

12. April 1901:
in Rosenheim gestorben

1957:
die Straße zur Nikolauskirche wurde nach ihm benannt

Schloss Wald - Eckturm
Schloss Wald - Eckturm

Schloss Wald - Der Eckturm

Besucher der St. Erasmus-Pfarrkirche hatten es zuerst bemerkt: An der Schlossanlage Wald waren Arbeiten notwendig geworden. In einer Wintersturmnacht war ein schwerer Ast von einem Baum am Steilhang vor dem Schloss abgebrochen, hatte das Dach des Gartenecktürmchens eingedrückt und das Mauerwerk in Mitleidenschaft gezogen. Es bestand die Gefahr, dass der Eckturm dadurch weitere Schäden erleiden würde und, im Falle eines Einsturzes, die Mauer des Schlossgartens mit sich in die Tiefe reißen könnte. Vertreter der Denkmalschutzbehörden und die Eigentümer des Schlosses suchten deshalb nach Möglichkeiten, den Schaden zu beheben, stellt die Schlossanlage doch ein herausragend wichtiges Zeugnis der Landesgeschichte Bayerns dar.
Schon im Jahr 1283 wird in einer Urkunde das „Gericht Wald“ genannt. Ein Gericht umfasste den Verwaltungs- und Herrschaftsbereich einer umgrenzten Region und stellte eine Art Vorläufer der heutigen Landkreise dar. Bis 1312 waren die Herren von Wald die Inhaber von Burg und Gericht, danach erscheinen sie als Eigentum der Herzöge, die sie jedoch, zur Behebung ihrer Geldsorgen, wiederholt verpfänden mussten.
Im Jahr 1602 begann eine ganz neue Epoche für das Schloss. Der zweitgeborene Herzogssohn Ferdinand hatte 1588 geheiratet, jedoch kein Fräulein aus adeligem Hause, sondern eine (zweifellos hübsche!) Bürgerstochter namens Maria Pettenbeck. Sie nannten sich nach einer Herrschaft im Landkreis Erding „Grafen von Wartenberg“ und bezogen das Schloss als Familiensitz. Die Gräfin schenkte 16 Kindern das Leben, je acht Buben und Mädchen. Der erstgeborene Sohn Franz Wilhelm wurde 1650 zum Bischof von Regensburg und 1660 zum Kardinal ernannt und gründete auch das Franziskanerkloster in Altötting, das heutige Kapuzinerkloster.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die bayerische Landesverwaltung neu organisiert und das Walder Gerichtsgebiet dem neu errichteten Landgericht Burghausen zugeordnet. 
Der besonderen Bedeutung des Schlosses Wald wegen, stellte das Bayer. Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Mittel für die Erhaltung des so genannten Schlossberings zur Verfügung, die die Restaurierung des Türmchens möglich machten.