Historisches aus Tyrlaching

Tyrlaching Troadkasten
Tyrlachinger Troadkasten

Was ein Troadkasten erzählen könnte

1808 wurde der stattliche Troadkasten in Moosen, Gemeinde Tyrlaching, erbaut. Könnte er sprechen, er hätte allerhand zu berichten!
Die zwei Anwesen im Ortsteil Moosen waren dem Domkapitel in Salzburg, spätestens seit 1392, als Grundherrschaft verpflichtet gewesen.
1808, bei der Errichtung des Kastens, herrschten bewegte Zeiten, waren die Auswirkungen der napoleonischen Kriege doch noch allenthalben zu erkennen.

1801 war im Frieden von Lunèville die Säkularisation des Erzbistums Salzburg bestätigt worden und mit der Abdankung des Fürsterzbischofs Hieronymus Graf Colloredo hörte am 11. Februar 1803 der geistliche Staat Salzburg, zu dem das heutige Gemeindegebiet Tyrlaching gehörte, zu existieren auf.
Der nächste Landesherr wurde Ferdinand von Toskana, der Bruder des österreichischen Kaisers Franz II. Ferdinand hatte die Toskana abgeben müssen und wurde nun mit dem Gebiet des ehemaligen Erzstiftes Salzburg entschädigt. Seine Residenzstadt wurde Salzburg.
Nach einem erneuten Kriegsausbruch kapitulierten die österreichischen Truppen im Jahr 1805 vor Ulm, die französisch-bayerischen Truppen rückten in Richtung Salzburg vor, Kurfürst Ferdinand floh. Als Auswirkung des Friedens von Pressburg übernahm das Kaiserreich Österreich im März 1806 das Gebiet des früheren Erzstiftes Salzburg.
Im April 1809 erklärte Österreich Frankreich den Krieg, doch der „Aprilfeldzug“ endete zugunsten Napoleons. Ab 1. Mai 1809 wurde das Land Salzburg nun im Namen Napoleons verwaltet, doch schon im Jahr darauf, 1810, kam es zu Bayern. Binnen weniger Jahre hatte die heutige Gemeinde Tyrlaching damit die fünfte Landesherrschaft erlebt!