Was man als Garten- und Grundbesitzer über Igel wissen sollte

25.11.2021

Gerade um diese Jahreszeit sind wieder zahlreiche Igel unterwegs. Da gibt es einige Dinge, die man über diese sehr nützlichen Insekten- und Schneckenvertilger wissen sollte.

1. Was mache ich, wenn ich einen Igel im Garten habe?

Man kann einem Igel im Garten helfen, indem man ihm ausreichende Nahrungsquellen und geeignete Ruheplätze schafft. Man sollte ihm einen Eingang zum Garten ermöglichen (engmaschige Zäune oder Mauern sind für den Igel unpassierbar) und Kellerschächte abdecken. Auch sollte auf Schneckenkorn, Rattengift und Kunstdünger verzichtet werden. Da Igel frisches Trinkwasser benötigen, hilft man ihnen, indem man eine Tränke aufstellt und diese sauber hält.

2. Soll ich den Igel füttern oder nicht? Wenn ja, womit?

In naturnahen Gärten ernährt sich ein Igel von Käfern, Regenwürmern, Tausendfüßlern, Insektenlarven, Spinnen und Schnecken. Doch in den zunehmend "aufgeräumten" Gärten findet der Igel möglicherweise nicht genügend Futter. In diesem Fall können Sie spezielles Igel- oder Katzenfutter zur Verfügung stellen. Auch mögen Igel gekochtes oder gestocktes Ei (ohne Fett und Gewürze oder Salz) oder kurz angebratenes abgekühltes Hackfleisch. Die Futterschüssel sollte morgens heiß gespült werden. Von Milch bekommen Igel Durchfall!

3. Auf was muss ich besonders achten?

Generell ist es verboten, Tiere der besonders geschützten Arten - und dazu zählen Igel - aus der Natur zu entnehmen. Ausnahmebestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes erlauben jedoch, Igel aufzuziehen bzw. gesund zu pflegen, wenn sie hilfebedürftig sind und nach der Genesung unverzüglich wieder in die Freiheit entlassen werden. Wird ein Igel zur Pflege aufgenommen, sollte dieser im Vorfeld zu einem Tierarzt gebracht oder bei einer Igelpflegestation abgegeben werden.

Ein Igel braucht Hilfe, wenn ….

  • er krank ist, d.h. das Tier tagsüber (besonders bei anhaltendem Bodenfrost oder Schnee) umherirrt, torkelt, apathisch herumliegt, sich bei Berührung nicht zusammenrollt, von Schmeißfliegen umschwirrt wird oder offensichtliche Verletzungen hat.
  • er nach Wintereinbruch noch untergewichtig (unter 500 g) bzw. abgemagert ist.
  • Igelsäuglinge (nackt und mit geschlossenen Augen) außerhalb des Nests liegen.

Gesunden Igeln darf man aber gerne einen geeigneten Überwinterungsplatz und ggf. Futter anbieten.

Als Unterschlupf eignen sich Komposthaufen, Reisighaufen oder Holzstapel mit eingelassenen Hohlräumen. Auch alte Weidenkörbe (schräg gegen die Schuppenwand gestellt und mit Stroh gefüllt) werden gerne angenommen. Ebenso genügt ein aufgeschichteter Haufen aus Laub, Reisig, Gestrüpp, abgetrennten Ästen und Zweigen in trockener, ruhiger und schattiger Lage, so, dass Hohlräume bestehen bleiben. In diesen Hohlräumen richtet sich der Igel seine Schlafstätte ein, die er selbst mit Laub und Krautwuchs auspolstert. Man kann dem Igel auch ein spezielles „Igelhaus“ bauen, das auch Zutritt von Katzen verhindert. Bauanleitungen hierzu kann man auf www.pro-igel.de finden.

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob der von Ihnen gefundene Igel Hilfe benötigt, zögern Sie nicht, sich an die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Altötting (Tel: 08671 502-754) oder an einen igelkundigen Tierarzt zu wenden. Auch finden Sie nützliche Informationen auf der Internetseite von Pro Igel e.V. (www.pro-igel.de).