Perfluorierte Tenside (PFT)

Information (c) Pitiopia / Andreas Ludwig, 2013

Perfluorierte Chemikalien (PFC) – Infoline am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und am Bayerischen Landesamt für Umwelt Landesämtern

Perfluorierte Chemikalien (PFC), darunter PFOA, lassen sich an einzelnen Standorten in Bayern nachweisen, so z. B. im Raum Gendorf/Altötting.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) bieten daher eine gemeinsame Infoline für Fragen zu PFC an. Die PFC-Infoline ist für Bürger, Kommunen und Behörden erreichbar jeweils Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr und Donnerstag von 13 bis 16 Uhr.

Bei Fragen zu Gesundheit, Trinkwasser und Lebensmitteln stehen Ansprechpartner des LGL unter der Rufnummer 09131 6808 – 2497 oder per E-Mail an pfc@lgl.bayern.de zur Verfügung.

Bei Fragen zu Wasser, Boden, Luft, Natur erreichen Interessierte die „PFC-Infoline“ am LfU unter: 0821 9071 – 5102, oder per E-Mail an pfc-umwelt@lfu.bayern.de.

FAQ (c) Pixabay / geralt, 2018

FAQ's zum Thema PFOA

In welchen Gemeinden des Landkreises Altötting ist das Trinkwasser mit PFOA belastet?

Was ist PFOA?

Wo wurde PFOA im Landkreis Altötting eingesetzt?

Welche PFOA-Werte im Boden wurden im Landkreis Altötting festgestellt?

Wie gelangte PFOA in das Trinkwasser?

PFAS-Messwerte im Trinkwasser

Gibt es einen Grenzwert von PFOA im menschlichen Körper in Bezug auf gesundheitliche Auswirkungen?

Was kann PFOA im menschlichen Körper bewirken?

Ist PFOA krebserregend?

Perfluorierte Substanzen in Blutproben aus dem Landkreis Altötting:  Beurteilung des Risikos für Hoden- und Nierenkrebs in den untersuchten Gemeinden

Was können Bürger und Behörden zur Minderung von Risiken tun, die von PFOA ausgehen können?

Welche Maßnahmen werden von Seiten der Behörden ergriffen, um die Menschen vor Belastungen durch PFOA oder auch die Nachfolgesubstanz ADONA besser zu schützen?

Können Säuglinge im Landkreis weiterhin gestillt werden?

Können wir unser Kleinkind auf PFOA und andere Perfluorierte Chemikalien (PFCs)  untersuchen lassen?

Kann Leitungswasser zur Herstellung von Fläschchennahrung für Säuglinge und Kleinkinder genutzt werden?

Können Personen aus dem Landkreis weiterhin Blut spenden?

Können Menschen aus dem Landkreis Altötting weiterhin Organe spenden?

Gibt es Arzneien, Präparate oder sonstige medizinische Maßnahmen, die den PFOA-Gehalt bei Personen mit erhöhten Blutgehalten verringern können?

Wie lange bleibt PFOA im menschlichen Körper?

Welchem Zweck dienen die Untersuchungen der Blutproben, die von Januar bis März 2018 im Gesundheitsamt Altötting genommen wurden?

Besteht die Gefahr, dass das PFOA aus der Umwelt, z. B. durch einen Waldspaziergang, aufgenommen wird?

Kann die persönliche Belastung über das Baden in örtlichen Badegewässern erhöht werden?

Wie ist die Situation allgemein bei Lebensmitteln in der Region, ist in diesen PFOA nachweisbar?

Wie sieht es mit Waldfrüchten oder Wildpilzen aus dieser Region aus?

Wie ist die Belastungssituation konkret bei Wild?

Welche Rückstände gibt es speziell in Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs aus dem Landkreis?

Wie ist die Belastung von Futtermitteln einzuschätzen?

Was ist mit der Milch der Tiere von Beständen aus dem Landkreis?

Kann man Brunnenwasser aus der Region für das Bewässern von Gemüse nutzen?

Sachstandsbericht ADONA und perfluorierte Substanzen

Ist der PFOA-Ersatzstoff ADONA weniger problematisch als PFOA?

Perfluorierte Substanzen in Blutproben aus dem Landkreis Altötting:  Beurteilung des Risikos für Hoden- und Nierenkrebs in den untersuchten Gemeinden

Ab Ende der 1960er Jahre bis 2008 wurde Perfluoroctansäure (PFOA) im Werk Gendorf als Hilfsstoff bei der Herstellung von Fluorpolymeren verwendet. 

Eine Exposition über das Trinkwasser der Bevölkerung der Gemeinde Burgkirchen a. d. Alz, Emmerting, Haiming, Kastl, Markt Marktl, Stammham, Markt Tüßling sowie der Stadt Neuötting  ist bekannt. 

Für diese Exposition wurde in internationalen Studien ein erhöhtes Risiko für Hoden und Nierenkrebs berichtet.  

Das Zentrum für Krebsfrüherkennung und Krebsregistrierung am Bayer. Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat für die genannten Gemeinden eine Auswertung der Krebsdaten für den 12-Jahres-Zeitraum 2003 bis 2014 durchgeführt. 

Zusammenfassend betrachtet ergeben sich derzeit keine Hinweise auf eine relevante Erhöhung des Risikos einer Neuerkrankung an Hoden- bzw. Nierenkrebs gegenüber dem bayerischen Durchschnittswert für die Bevölkerung in den Gemeinden Burgkirchen a. d. Alz, Emmerting, Haiming, Kastl, Markt Marktl, Stammham, Markt Tüßling sowie der Stadt Neuötting. 

Das Ergebnis der Auswertung ist auf der Homepage des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht.

Link zum LGL

 

PFT-Messwerte (perfluorierte Tenside) im Trinkwasser

Informationen über PFT-Messwerte (perfluorierte Tenside) im Trinkwasser des Landkreises Altötting, entnehmen Sie bitte folgendem Link des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Perfluoroktansäure (PFOA)-Humanbiomonitoring

Zur Produktion von Fluorpolymeren wurde im Chemiepark Gendorf ab Ende der 60er Jahre Perfluoroktansäure (PFOA) als Hilfsstoff (Emulgator) verwendet.  Dieser Stoff wird in Gendorf seit 2003 nicht mehr hergestellt und seit 2008 nach der Entwicklung eines Ersatzstoffes (ADONA) nicht mehr verwendet. 

Aufgrund ihrer thermischen und chemischen Stabilität sowie ihrer Beständigkeit gegen UV-Strahlung und Verwitterung gehört PFOA zu den langlebigen und schwer abbaubaren Stoffen. PFOA war in Gendorf über das Abwasser in die Alz gelangt, wurde aber auch über die Abluft in die Atmosphäre abgeben und als Niederschlag im Boden abgelagert. Durch Auswaschung durch versickernde Niederschläge gelangt PFOA ins Grundwasser und kann über den Grundwasserstrom Trinkwasserversorgungseinrichtungen erreichen. Über das Trinkwasser wurde PFOA dann von den Menschen aufgenommen.

Um die aus der Trinkwasserbelastung resultierende Belastung der Menschen durch Per- und polyfluorierte Verbindungen (PFAS) abschätzen zu können, wurden im Rahmen eines Humanbiomonitorings Plasmaproben von 26 Blutspendern aus Emmerting untersucht, die im Sommer 2015  Blut gespendet hatten. Außerdem wurden 60 historische Proben aus Emmerting des Jahres 2009 untersucht:

Während für Perfluoroktansulfonat (PFOS) eine deutliche Abnahme der Blutkonzentrationen zu beobachten ist (2009: Median 6,0 µg/l; 2015:; Median 2,4 µg/l), trifft dies bei PFOA nur auf die Spitzengehalte zu, während sich im Median ( 2009: 15,6 µg/l; 2015: 26,9 µg/l) keine rückläufige Tendenz beobachten lässt. (Der Median einer Auflistung von Zahlenwerten ist der Wert, der an der mittleren, zentralen Stelle steht, wenn man die Werte der Größe nach sortiert.) ADONA wird überwiegend nur im Bereich der Bestimmungsgrenze gefunden.

Der Humanbiomonitoring-Wert-1 (HBM-1-Wert) für PFOA von 2 µg/l Blutplasma wurde in 85 von 86 untersuchten Blutproben von Blutspendern aus der Gemeinde Emmerting der Jahre 2009 bzw. 2015 überschritten. Dieser HBM-1-Wert war 2016 im Rahmen einer Neubewertung von PFOS und PFOA durch die Kommission Humanbiomonitoring am Umweltbundesamt abgeleitet worden. Die Neubewertungen war insbesondere deshalb notwendig geworden, da epidemiologische Studien reproduzierbare Effekte auf die Schilddrüse, das Immunsystem und die Reproduktion (Fortpflanzung) in sehr niedrigen Dosisbereichen ergeben haben.

Die Ergebnisse der Untersuchungen von Blutproben aus Emmerting und Passau sowie einer Kontrollgruppe aus München mit toxikologischer Bewertung wurden vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlicht (http://www.lgl.bayern.de/downloads/gesundheit/arbeitsplatz_umwelt/doc/adona_sachstandsbericht.pdf).  Auf den Seiten des LGL finden sich auch weiterführende Informationen zu  Per- und polyfluorierte Verbindungen (PFAS) einschließlich deren Ersatzprodukte (http://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/kontaminanten/pfas/index.htm