Kreuzotter - Biss und Giftwirkung

Kreuzottern sind sehr scheu und flüchten bei Gefahr sofort. Werden sie jedoch massiv bedrängt, angefasst oder man tritt auf sie, beißen sie zu.  Das Gift ist sehr wirkungsvoll aber wegen seiner geringen Menge für den Menschen zwar schmerzhaft, aber in der Regel ungefährlich. Ein erwachsener Mann von etwa 75 Kilo müsste von mindesten fünf Tieren jeweils direkt in ein Blutgefäß oder von 50 Tieren ins Gewebe gebissen werden, um mit 50%iger Wahrscheinlichkeit daran zu sterben.  Dies natürlich nur rein rechnerisch ohne Berücksichtigung des Gesundheitszustands. Bei Kleinkindern und alten Menschen kann ein Biss durchaus auch tödlich enden. In den letzten 50 Jahren kam es in Deutschland  jedoch nur zu einem bekannten Todesfall nach einem Kreuzotterbiss. Im Jahr 2004 starb eine 81-jährige Frau auf der Insel Rügen nach dem Biss einer schwarzen Kreuzotter. Da der Tod bereits sehr kurz nach dem Biss eintrat, gilt es jedoch als unwahrscheinlich, dass er ausschließlich durch die Giftwirkung verursacht wurde. Übrigens im selben Zeitraum kamen sowohl durch Bienenstiche, als auch von Rehwild verursachten Unfällen, jeweils mehrere Tausend Bundesbürger ums Leben.

In früheren Jahrzehnten wurden viele Populationen durch massenhaftes Töten von Tieren erheblich reduziert. Heute steht die Kreuzotter wie alle heimischen Schlangen unter besonderem Schutz. Vor allem Lebensraumzerstörung wie Torfabbau oder aber auch Wiedervernässungsmaßnahmen  in teilabgetorften Hochmooren, wodurch die Reptilien in die Randbereiche abdrängt werden, setzen den außeralpinen Beständen erheblich zu. So gilt mittlerweile auch die Kreuzotter in Deutschland als stark gefährdet.