Igel sind keine Pflanzenfresser! (© Pitopia/Stephan Engler, 2008)

Wissenswertes über den Igel

Der bei uns heimische Igel, der sog. Braunbrustigel (Erinaceus europaeus L.), ist ein dämmerungs- und nachtaktives Säugetier. Ein ausgewachsener Igel hat eine Körperlänge von 24-28 cm und wiegt ca. 800-1500 Gramm. Die Männchen sind normalerweise etwas schwerer als die Weibchen. Igel können ein Alter von etwa 7 Jahren erreichen. Normalerweise werden sie aber aufgrund von Krankheiten, Unfällen etc. nur 2-4 Jahre.

In den Monaten Juli bis September werden die 4-7 jungen Igel geboren. Diese wiegen dann 12-25 Gramm und haben die Augen und Ohren noch geschlossen. Die jetzt schon vorhandenen ca. 100 Stacheln sind noch in die aufgequollene Rückenhaut eingebettet. Nach etwa 14 Tagen öffnen sich die Augen und Ohren und nach etwa drei Wochen stoßen die Zähne durch. Kurz darauf erfolgen die ersten Ausflüge der Jungigel aus dem Nest. Dabei beginnen sie bereits, oft relativ erfolglos, selbstständig Beute zu machen, deshalb werden sie bis zur 6. Lebenswoche zusätzlich von der Mutter gesäugt.

Der Winterschlaf des Igels dient zur Überbrückung der nahrungsarmen Monate. Das vorher angefressene Fettpolster, verbunden mit der, im Schlaf herabgesetzten Körperfunktion, ermöglicht es dem Igel, bis zu einem halben Jahr ohne Futter auskommen zu können.

Mit seinem hervorragenden Geruchssinn findet der Einzelgänger "Igel" bei seinen weiten Streifzügen durch sein Revier Nahrung und andere Artgenossen. Sein gut ausgeprägtes Gehör reicht weit in den Ultraschallbereich hinein. Dagegen ist sein Sehvermögen nur schlecht ausgebildet. Auf dem Speisezettel des Igels stehen hauptsächlich Laufkäfer, Ohrwürmer, Regenwürmer, Larven von Nachtschmetterlingen, Schnecken, Hundert- und Tausenfüßler, Spinnen und sonstige Insekten.


Igel sind keine Pflanzenfresser und vergreifen sich deshalb auch nicht an Obst oder Gemüse!


Auffallendstes Merkmal des Igels ist bekanntlicherweise sein Stachelkleid. Dies besteht bei einem erwachsenen Tier aus rund 6000-8000 Stacheln. Droht Gefahr für den Igel, rollt er sich ein und stellt sich dem Angreifer als eine unbezwingbare, stachelige Kugel dar. Diese äußerst erfolgreiche Abwehrstrategie gegen seine natürlichen Feinde hat den Igel zu einer der ältesten noch existierenden Säugetierform gemacht, die vom vorgeschichtlichen Tertiär bis heute überlebt hat.

Diese Strategie, sich bei Gefahr einfach an Ort und Stelle einzurollen und abzuwarten, wurde dem Igel in der heutigen Zeit fast zum Verhängnis, denn einem Auto ist eine Stachelkugel, die auf der Fahrbahn liegt, egal. Dadurch werden pro Jahr allein in Deutschland etwa 500.000 Igel überfahren. Die dadurch verwaisten und verhungernden Igelsäuglinge noch nicht mitgerechnet.