links - Übliche Heizölanlagen schwimmen bei Hochwasser auf und halten dem Wasserdruck nicht stand. rechts - Diese Heizölanlage ist auftriebssicher und standfest gegen den Wasserdruck gelagert.

Heizölverbraucheranlagen

Allgemeines und Begriffe

Das in der Anlage befindliche Heizöl ist ein wassergefährdender Stoff und ist in eine Wassergefährdungsklasse (WGK) eingestuft. Es gibt 3 Wassergefährdungsklassen; Heizöl ist in WGK 2, d.h. wasserfährdend eingestuft.

Eine Heizölverbraucheranlage besteht aus:

  • Anlage zum Abfüllen von Heizöl
  • Anlage zum Lagern von Heizöl
  • Feuerungsanlage

Aufstellung der Anlage

Die Heizölverbraucheranlage wird sehr häufig in Lagerräumen (z.B. im Keller) aufgestellt. Nach Vorgaben des Baurechts (Verordnung über Feuerungsanlagen und Heizräume - FeuV) ist eine Begrenzung zur Heizöllagermenge vorgegeben.

So dürfen je Gebäude oder Brandabschnitt folgende Mengen an Heizöl gelagert werden:

  • in Wohnungen > bis 40 Liter in Kanistern; > 100 Liter in einem Behälter
  • in Räumen mit Feuerstätten (Brenner) > 1.000 bis 5.000 Liter
  • in Räumen ohne Feuerstätten (Brenner) > 5.000 bis 100.000 Liter

Die verwendeten Behälter zum Lagern von Heizöl sind aus Stahlwerkstoffen oder aus Kunststoffen hergestellt. Ihr Fassungsvolumen ist recht unterschiedlich.

Stahlbehälter gibt es in einwandiger (z.B. kellergeschweißte Behälter) und doppelwandiger (z.B. zylindrische Behälter) Ausführung. Doppelwandige Behälter sind mit Leckageerkennung ausgerüstet und werden unterirdisch oder oberirdisch ohne Auffangraum eingebaut.

Oberirdische einwandige Behälter sind im Auffangraum mit entsprechendem Auffangvolumen aufzustellen.

Der Auffangraum muss dicht und beständig gegenüber Heizöl sein. Der Nachweis der Stoffundurchlässigkeit liegt bei Heizölverbraucheranlagen (>1.000 bis 10.000 Liter) in Eigenverantwortung der Betreiber.

So müssen z.B. gemauerte Kellerräume mit Zementestrich-Böden und Zementputz mit zusätzlichem Schutzanstrich oder dicht verschweißten Kunststoffbahnen errichtet werden.

Kunststoffbehälter sind werksmäßig hergestellte Einzelbehälter, die zu einer Batterie zusammengestellt werden dürfen. Batteriebehälter sind im Auffangraum aufzustellen. Eine Ausnahme gibt es für Glasfaserverstärkte Kunststoffbehälter (GFK) bis maximal 2m³ Inhalt.

Zur Versorgung der Feuerungsanlage gehören u.a. die Ölvor- und Ölrücklaufleitung (Zweistrang-System) oder nur die Ölvorlaufleitung (Einstrang-System).

Domschächte zur Befüllung unterirdischer Lagerbehälter sind flüssigkeitsdicht und beständig gegenüber Heizöl auszuführen und mit einer niederschlagswasserdichten Abdeckung zu versehen.

Gefährdungspotential / Schutzmaßnahmen

Gefährdungspotential

Je größer die gelagerte Menge an Heizöl, um so höher ist das Gefährungspotential der Anlage. Die Anlagen sind Gefährungsstufen A/B/C oder D zugeordnet, wobei private Heizölverbraucheranlagen i.d.R. > 1.000 bis 20.000 Liter in der Praxis zu finden sind und damit der Gefährdungsstufe B oder C entsprechen.

Schutzmaßnahmen

Heizölbehälter sind, sofern die Wandungen nicht durchscheinend sind mit einem Flüssigkeitsstandanzeiger auszurüsten, um den zur Verfügung stehenden Freiraum vor Befüllung feststellen zu können.

Ortsfeste Behälter mit mehr als 1.000 Liter Volumen müssen mit einem Grenzwertgeber (GWG) ausgerüstet werden. Am Tankfahrzeug befindet sich die Abfüllsicherung (AS). GWG und AS sind eine Sicherheitseinrichtung gegen Überfüllung des Behälters.

Bei doppelwandigen Behältern und Rohrleitungen müssen über Leckanzeigegeräte Undichtheiten von Behälter- und Rohrwänden erkennbar werden.

Heizölversorgung

Einstrangsystem ist Stand der Technik

Bei Ölheizungsanlagen in Neubauten haben sich Einstrangsysteme als Versorgungsleitung zwischen Ölbrenner und Heizöltank längst bewährt. Sie gelten mittlerweile als Stand der Technik. Aber auch im Rahmen einer Modernisierung der Ölheizung empfiehlt es sich, ein bisheriges Zweistrangsystem auf ein Einstrangsystem umzurüsten. Das geht in aller Regel komplikationslos und ohne großen Kostenaufwand.

Bei einem Einstrangsystem wird nur so viel Heizöl durch die Saugleitung gefördert, wie auch tatsächlich verbrannt wird, erklärt das Institut für wirtschaftliche Ölheizung e.V. (IWO). Das wirkt sich positiv auf die Lagerungsstabilität aus, da der Heizölvorrat nicht mehr ständig "umgewälzt" wird. Zudem bleiben die Filter länger sauber. Vor allem aber bietet das Einstrangsystem eine höchstmögliche "Eigensicherung" gegen eventuelle Leckageschäden. Denn bei einer Undichtheit in der Leitung saugt die Pumpe Luft an, was der Brenner umgehend mit einer Störung quittiert. So würde ein Leck in der Ölzuleitung schnell bemerkt. Ist die Tankanlage zudem noch mit einem Heberschutzventil ausgerüstet, oder die Ölleitung durch stetiges Gefälle zum Tank hin gesichert, kann die Gefahr durch eine Leckage im Leitungsnetz nahezu vollends ausgeschlossen werden.

Gerade bei Erdtanks mit Einstrang-System ist eine frostsichere Verlegung zwingend. Denn aufgrund des geringen Ölmassenstroms in der Saugleitung kann strenger Frost zu Paraffinausscheidungen und damit zu einer Verstopfung der Ölzuleitung führen.

Insbesondere beim Erdtank macht daher das Einstrangsystem Sinn, zumal es den Installationsaufwand verringert. Denn beim Zweistrangsystem muss eine unterirdisch verlegte Rücklaufleitung entweder doppelwandig mit einer Leckageüberwachung oder in einem flüssigkeitsdichten und einsehbaren Schutzrohr verlegt sein. Das Einstrangsystem ist da die bessere Wahl.

Frostschutz beachten

Die absolut frostsichere Installation ist allerdings bei einem Einstrangsystem um so wichtiger. Bei lang anhaltenden, extremen Minusgraden nämlich könnten Kältebrücken im Ölversorgungssystem zur Bildung von Paraffinkristallen führen. Diese dicken im schlimmsten Fall das Heizöl in der Leitung so ein, dass es die Brennerpumpe nicht mehr fördern kann. Die Ursache der Bildung von Paraffinkristallen liegt in den natürlichen Bestandteilen des Heizöls. Paraffine, langkettige Kohlenwasserstoffmoleküle, zeichnen sich durch ein sehr gutes Verbrennungsverhalten und hohen Energiegehalt aus, gehen aber bei Abkühlung unter eine bestimmte Grenztemperatur, dem sogenannten Cloudpoint, vom flüssigen in einen festen Zustand über. Die erstarrten Paraffine setzen sich dann als weiße Flocken oder als Schleier ab und können vorübergehend Ölleitung und Ölfilter verstopfen. Bei steigenden Temperaturen lösen sich die Paraffinkristalle allerdings von selbst wieder auf.

Eine komplett frostsicher installierte Heizungsanlage, wie sie im übrigen nach DIN 4755-2 in den sicherheitstechnischen Anforderungen an Heizöl-Versorgungsanlagen verankert ist, bewahrt vor Überraschungen. Diese Vorschrift gilt insbesondere für die Rohrleitungen und Bauelemente zwischen Tank und Brenner.

Tipps zum Schutz gegen Hochwasser

  • unterirdische doppelwandige Behälter
  • Auftriebsicherung der Behälter
  • Stahlbehälter sind standsicherer
  • Behälterentlüftung weit nach oben führen
  • geschweißte Rohre verwenden
  • Wanddurchbrüche wasserdicht ausführen
  • Öffnungen (z.B. Fenster) wasserdicht verschließbar gestalten,

Pflichten des Betreibers

Weitere Informationen:

Merkblätter zu diesem Thema