Hasenpest (Tularämie) im Landkreis Altötting nachgewiesen

04. Mai 2026: Im Gemeindegebiet von Töging a. Inn wurde bei einem verendeten Feldhasen ein Fall von Hasenpest (Tularämie) nachgewiesen.

Die Hasenpest (Tularämie) wird von einem Bakterium (Francisella tularensis) verursacht, das überwiegend bei freilebenden Nagetieren und Hasenartigen vorkommt. Infizierte Tiere zeigen die Symptome einer fieberhaften Allgemeininfektion mit Abmagerung, Schwäche und Apathie. Aufgrund von Entkräftung können infizierte Tiere ihre natürliche Scheu verlieren. Die Tularämie ist auf den Menschen übertragbar, dabei treten u.a. grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber, Lymphknotenschwellung sowie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Eine erfolgreiche Behandlung ist besonders bei rechtzeitiger Diagnose mit Antibiotika gut möglich.

In Mittel- und Nordeuropa herrscht die weniger gefährliche Unterart Francisella tularensis ssp. holarctica vor, welche auch im vorliegenden Fall vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mittels PCR festgestellt wurde.

Nach aktuellem Kenntnisstand handelt es sich um den ersten gesicherten Tularämie-Nachweis bei einem Wildtier im Landkreis Altötting. Der betroffene verendete Feldhase wurde von einem aufmerksamen Jäger an das Veterinäramt und von dort weiter an das  LGL zur Untersuchung gebracht. Feldhasen stellen in Deutschland das Hauptreservoir für den Erreger der Tularämie dar und sind für diese Erkrankung extrem empfänglich. Auch weitere Wildtiere sowie Zecken und stechende Insekten können den Erreger in sich tragen.

Als vorbeugende Maßnahme sollte der ungeschützte Kontakt mit Wildtieren sowie dem Kadaver von Wildtieren vermieden werden, auch ein guter Zeckenschutz ist hilfreich. Bei entsprechenden Symptomen sollten gefährdete Personengruppen (z.B. Jäger) auch an eine Tularämie-Infektion denken. 

Weitere Informationen zur Tularämie finden sich auch auf der Homepage des LGL.